Eine beschädigte Autotür muss nicht automatisch ersetzt werden. Eine Analyse von Comparis zeigt, dass Reparaturen bei vielen Bauteilen deutlich günstiger ausfallen können als ein Ersatz. Bei einer Vordertür kostete die Reparatur 2025 im Durchschnitt 135 Franken, während ein neues Bauteil mit 1134 Franken mehr als achtmal so teuer war.
Der Preisvergleichsdienst Comparis hat die Kosten von Reparaturen und Ersatzteilen bei Autos untersucht. Grundlage der Analyse sind rund 7,3 Millionen erfasste Arbeitsvorgänge bei Autoreparaturen in der Schweiz.
Dabei zeigt sich ein deutliches Sparpotenzial. Besonders bei Karosserieteilen kann eine Reparatur wesentlich günstiger sein als der Einbau eines neuen Bauteils.
Bei einer beschädigten Vordertür kostete die eigentliche Reparaturarbeit 2025 durchschnittlich 135 Franken. Der Ersatz der Tür schlug dagegen mit durchschnittlich 1134 Franken zu Buche. Damit war der Ersatz mehr als achtmal teurer.
Selbst wenn bei der Reparatur zusätzlich Lackierarbeiten notwendig sind, bleibt der Austausch laut Comparis deutlich teurer. Autobesitzerinnen und Autobesitzer können sich deshalb vor einer Entscheidung erkundigen, ob eine Instandsetzung des beschädigten Teils möglich ist.
Grosse Unterschiede auch bei weiteren Bauteilen
Auch bei anderen häufig beschädigten Teilen zeigt die Analyse erhebliche Preisunterschiede. Der Ersatz einer Hintertür kostet demnach ebenfalls mehr als achtmal so viel wie die eigentliche Reparaturarbeit.
Bei Stossstangen und Motorhauben liegt der Ersatz rund fünf- bis sechsmal über den Kosten der Reparaturarbeit. Bei Seitenwand, Rückleuchte und Kotflügel kostet ein neues Bauteil ungefähr viermal so viel wie die Reparatur.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bei der Zierleiste an der vorderen Stossstange war ein neues Teil im Durchschnitt sogar rund zehn Franken günstiger als die Reparatur.
Die Zahlen zeigen damit, dass sich eine Nachfrage bei der Garage in vielen Fällen lohnen kann. Entscheidend ist jedoch immer, welcher Schaden vorliegt und ob das betreffende Bauteil technisch noch instand gesetzt werden kann.
Reparatur ist nicht bei jedem Schaden möglich
Comparis warnt deshalb davor, die ausgewiesenen Werte als direkten Preisvergleich für exakt identische Schäden zu verstehen. Reparatur- und Ersatzfälle unterscheiden sich häufig in der Art und Schwere des Schadens.
Eine Reparatur kann aus technischen, wirtschaftlichen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht mehr sinnvoll oder möglich sein. Zudem werden beschädigte Teile bei schwereren Unfällen häufiger komplett ersetzt, während kleinere Schäden eher repariert werden.
Auch die Reparaturkosten selbst sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Bei einer Hintertür erhöhten sich die Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit laut Comparis von durchschnittlich 92 Franken im Jahr 2023 auf 134 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg von knapp 50 Prozent.
Werden zusätzlich die durchschnittlichen Lackierkosten berücksichtigt, stiegen die erfassten Kosten im gleichen Zeitraum von rund 330 auf rund 380 Franken. Das entspricht einer Zunahme von etwa 15 Prozent.
Vor dem Ersatz nach einer Reparatur fragen
«Reparaturen sind teurer geworden», sagt Harry Büsser von Comparis. Wo eine Reparatur technisch möglich sei, bleibe sie aber häufig die wirtschaftlichere Lösung.
Autobesitzerinnen und Autobesitzer sollten sich deshalb vor einer Reparaturentscheidung nicht nur nach dem Endpreis erkundigen. Sinnvoll sei auch die Frage, welche Arbeiten konkret vorgesehen sind und weshalb ein beschädigtes Teil ersetzt werden soll.
Gerade bei Karosserieschäden kann der Unterschied zwischen einer Reparatur und einem vollständigen Ersatz mehrere hundert Franken betragen. Wer vor der Auftragserteilung ausdrücklich nach einer Reparaturmöglichkeit fragt, kann deshalb unter Umständen deutlich Kosten sparen.






