Ein politischer Auftritt sorgt in Australien für Empörung – und für eine sofortige Suspendierung.
Mitten im Parlament erscheint eine Abgeordnete in einer Burka und löst einen Sturm der Kritik aus.
Was steckt hinter dieser provokanten Aktion?
Burka-Stunt im Parlament löst Eklat aus
Politischer Auftritt im Ganzkörperschleier
In Canberra wurde eine rechtsgerichtete Senatorin am Dienstag für sieben Sitzungstage suspendiert, nachdem sie am Vortag im Parlament in einer Burka erschienen war.
Laut nytimes.com handelt es sich um denselben politischen Stunt, den sie bereits 2017 inszeniert hatte, um ein nationales Burka-Verbot zu fordern.
Empörung im Plenarsaal
Der Auftritt führte zu
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lauten Zwischenrufen wie „Schämen Sie sich!“,
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scharfer Kritik anderer Abgeordneter,
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und einer Unterbrechung der Sitzung,
da sie sich zunächst weigerte, den Saal zu verlassen.
Abgestimmt wurde über ihren Gesetzesentwurf nicht.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Aussenministerin Wong kritisiert „PR-Gag“
Penny Wong bezeichnete den Auftritt als
„unreifen und schamlosen PR-Stunt“,
der einzig darauf abziele, Muslime zu verhöhnen.
„Faustschlag gegenüber Gläubigen“
Andere Senatoren sprachen von einer Beleidigung gegenüber jenen Australierinnen und Australiern, die den islamischen Glauben praktizieren.
Muslimische Senatorinnen: „Rassismus im Parlament toleriert“
Senatorin Mehreen Faruqi erinnerte daran,
dass es 2017 keine muslimischen Parlamentarierinnen gab – heute aber zwei Frauen im Parlament den Islam vertreten.
Sie warf beiden grossen Parteien vor, Rassismus im Parlament zugelassen zu haben.
Eine politische Karriere voller Provokationen
Lange Geschichte migrationsfeindlicher Rhetorik
Die 71-jährige Politikerin ist seit Jahrzehnten als Gegnerin von
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Einwanderung,
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Multikulturalismus
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und insbesondere muslimischen Migranten
bekannt.
Bereits in den 1990er-Jahren warnte sie vor angeblicher „Überfremdung“ durch asiatische Einwanderer.
Zunehmende Nähe zur extremen Rechten
Im September nahm sie an einer Kundgebung teil, an der auch Neonazi-Gruppen beteiligt waren.
Anfang des Monats sprach sie zudem auf der US-Konferenz CPAC, einem rechtspopulistischen Event.
Parteipolitische Folgen
One Nation mit Rekordwerten in Umfragen
Aktuelle Umfragen zeigen 15 % Zustimmung für ihre Partei – ein historischer Höchststand.
Dies geschieht in einer Phase, in der die konservative Opposition geschwächt ist.
Abstrafung durch den Senat
Mit 55 zu 5 Stimmen wurde sie gerügt und anschliessend per Akklamation suspendiert.
Die Senatorin selbst spricht von „Heuchelei“ und sagt, dass allein die Wähler über ihr Verhalten urteilen werden.
Der Streit um Freiheit, Religion und politische Provokation geht in Australien weiter.










