Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nimmt nach einem umstrittenen Investorenvorhaben weiter zu. Nun hat sich auch Arsène Wenger, Direktor für globale Fussballentwicklung bei der FIFA, öffentlich distanziert. Gleichzeitig sollen innerhalb der UEFA Pläne für weiteren politischen Druck entstehen.
Wenger distanziert sich von Investorenvorhaben
FIFA-Präsident Gianni Infantino steht zunehmend in der Kritik. Nach dem Rückzug eines geplanten Investorendeals erhält der Schweizer nun auch aus den eigenen Reihen Gegenwind.
Arsène Wenger, ehemalige Trainerlegende und seit 2019 Direktor der Abteilung für globale Fussballentwicklung beim Weltverband, erklärte, dass er nicht an den Plänen beteiligt gewesen sei. Er habe erst durch Medienberichte davon erfahren und sehe sich deshalb zu einer öffentlichen Klarstellung veranlasst.
Laut GMX erklärte Wenger in einer Stellungnahme, dass die Entscheidung zum Rückzug des Projekts notwendig gewesen sei. Der Franzose betonte zudem, dass er nicht in die Ausarbeitung des Vorhabens eingebunden gewesen sei.
Der geplante Deal sah offenbar vor, Anteile an der Fussball-Weltmeisterschaft und weiteren FIFA-Wettbewerben an Investoren zu verkaufen. Nach deutlicher Kritik wurde das Projekt jedoch zurückgezogen.
Weitere Rückschläge für Infantino
Die Kritik von Wenger folgt weiteren Turbulenzen innerhalb des Weltfussballverbandes. Zuvor war bereits Carlos Cordeiro, ein enger Berater Infantinos, zurückgetreten.
Auch FIFA-Generaldirektor Kevin Lamour soll die interne Kommunikation im Zusammenhang mit dem Projekt kritisiert haben. Nach Berichten wurde das Vorhaben von Teilen des Umfelds als persönlicher Alleingang des FIFA-Präsidenten wahrgenommen.
Infantino hatte sich in den vergangenen Jahren stark für eine Ausweitung internationaler Wettbewerbe eingesetzt. Der geplante Investorendeal sorgte jedoch für Widerstand bei mehreren Verbänden.
Mittlerweile sollen zahlreiche europäische Fussballverbände ihre Unterstützung für eine Wiederwahl Infantinos im Jahr 2027 zurückgezogen haben.
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UEFA prüft offenbar weitere Schritte
Neben der öffentlichen Kritik wächst auch der politische Druck innerhalb der internationalen Fussballstrukturen. Medienberichten zufolge sollen bei der UEFA Überlegungen existieren, wie der Einfluss Infantinos eingeschränkt werden könnte.
Die britische Zeitung «Times» berichtet über mögliche Massnahmen, falls der FIFA-Präsident nicht freiwillig zurücktreten sollte. Dazu gehören demnach unter anderem Boykotte von Sitzungen des FIFA-Rats oder von Ausschüssen sowie eine mögliche Verweigerung der Zustimmung zu bestimmten Beschlüssen.
Auch eigene internationale Wettbewerbe als Alternative zu FIFA-Veranstaltungen sollen als mögliche Option diskutiert werden.
Zukunft der FIFA-Führung bleibt offen
Eine anonyme Quelle wird von der «Times» mit der Aussage zitiert, dass mehrere Verbände entschlossen seien, Veränderungen an der FIFA-Spitze zu erreichen. Offizielle Bestätigungen für konkrete Schritte gibt es bislang jedoch nicht.
Infantino wurde 2016 erstmals zum FIFA-Präsidenten gewählt und 2023 ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit bestätigt. Seine Zukunft an der Spitze des Weltverbandes könnte nun stärker vom Verhältnis zu den grossen Kontinentalverbänden abhängen.






