Im Schatten des Iran-Kriegs rückt ein alter Albtraum für den Libanon näher.
Israelische Truppen rücken vor, die Hisbollah feuert Raketen, Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. In vielen Orten kehrt eine Frage zurück, die das Land seit Jahrzehnten verfolgt: Droht eine erneute israelische Besatzung des Südlibanon?
Kriegsschauplatz zwischen zwei Fronten
Seit Anfang März liefern sich die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel wieder offene Gefechte. Auslöser war Raketenbeschuss der Hisbollah in Richtung Israel. Seither eskaliert die Lage täglich.
Israel kontrolliert weite Teile des Luftraums und will nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz das Gebiet bis zum Litani-Fluss sichern. Für viele Libanesen ist das ein historisches Warnsignal.
Laut gmx.ch wächst im Libanon die Angst, dass Israel den Südlibanon dauerhaft kontrollieren könnte.
Warum der Litani-Fluss so entscheidend ist
Der Litani liegt rund 30 Kilometer nördlich der Grenze. Genau dort sollte sich die Hisbollah laut Waffenruheabkommen zurückziehen.
Israel wirft der Miliz vor, dies nie vollständig umgesetzt zu haben.
- Litani als mögliche Pufferzone
- Forderungen aus Israel, den Fluss zur neuen Grenze zu machen
- Zerstörte Brücken erschweren Rückkehr und Versorgung
Für viele Bewohner klingt das wie ein Déjà-vu aus dem Jahr 1982.
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Erinnerungen an die erste Besatzung
1982 marschierte Israel in den Libanon ein, um eine Sicherheitszone zu errichten. In dieser Zeit entstand – unterstützt vom Iran – die Hisbollah.
Heute kontrolliert sie weite Teile des Südlibanon, die Bekaa-Ebene und Vororte von Beirut. Von dort aus erfolgen regelmässig Raketenangriffe auf Israel.
Viele Libanesen befürchten, dass sich die Geschichte wiederholt.
Experten uneins über Israels Ziele
Der israelische Militärexperte Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem glaubt nicht an eine dauerhafte Besatzung. Er sieht die Drohungen als Druckmittel gegen Beirut.
Andere Beobachter, etwa Heiko Wimmen von der International Crisis Group, warnen vor einer weitergehenden Kontrollzone, die Israel faktisch überwachen könnte.
Libanesischer Staat wirkt machtlos
Die libanesische Armee gilt als schwach und unterfinanziert. Sie kann der Hisbollah wie auch Israel kaum etwas entgegensetzen.
Ein Eingreifen könnte sogar interne Konflikte auslösen, da die Hisbollah weiterhin Rückhalt in Teilen der Bevölkerung hat.







