Der Verband Angestellte Schweiz fordert für die Lohnrunde 2027 eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 1,5 Prozent. Neben höheren Löhnen verlangt die Arbeitnehmenden-Organisation verbindliche Investitionen in Weiterbildung sowie gesunde Arbeitsbedingungen. Als Gründe nennt sie die erwartete Teuerung und den anhaltenden Fachkräftemangel.
Verband sieht Spielraum für höhere Löhne
Angestellte Schweiz begründet die Forderung mit der verbesserten wirtschaftlichen Lage und der erwarteten Inflation. Für die Jahre 2026 und 2027 wird eine Teuerung von jeweils rund 0,7 Prozent erwartet. Hinzu kämen steigende Lebenshaltungskosten, etwa durch höhere Krankenkassenprämien.
Nach Ansicht des Verbands beginne eine tatsächliche Reallohnerhöhung deshalb erst oberhalb der Teuerung. Die Forderung von durchschnittlich 1,5 Prozent solle jedoch je nach Branche und Unternehmen unterschiedlich umgesetzt werden.
Besonders in der MEM-Industrie sowie in der Chemie- und Pharmaindustrie seien die Löhne in den vergangenen Jahren weniger stark gestiegen als die Produktivität. Gleichzeitig hätten die Mitarbeitenden einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen geleistet.
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Fachkräftemangel als zentrales Argument
Ein weiterer Schwerpunkt der Forderungen betrifft den Arbeitskräftemangel. Gemäss Angestellte Schweiz werden allein in der MEM-Industrie bis 2031 rund 83’000 zusätzliche Fachkräfte benötigt.
Aus Sicht des Verbands sind wettbewerbsfähige Löhne entscheidend, um qualifizierte Mitarbeitende zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Unternehmen sollten deshalb nicht nur die Löhne erhöhen, sondern auch verstärkt in ihre Belegschaften investieren.
Weiterbildung und KI im Fokus
Neben höheren Löhnen fordert Angestellte Schweiz verbindliche Weiterbildungsbudgets. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz liegen.
Geschäftsführer Pierre Derivaz betont, dass gute Löhne, kontinuierliche Weiterbildung und gesunde Arbeitsbedingungen heute untrennbar zusammengehörten. Nur so könnten Unternehmen langfristig attraktiv bleiben und den Wandel der Arbeitswelt erfolgreich bewältigen.
Zuletzt hatten sich mehrere Organisationen zur Lohnentwicklung in der Schweiz geäussert. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund kritisierte die aus seiner Sicht zunehmende Lohnschere zwischen Topverdienenden und Mitarbeitenden mit tieferen Einkommen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband verwies hingegen darauf, dass sich die Löhne in der Schweiz im europäischen Vergleich besonders positiv entwickelt hätten.






