Ed Sheeran ist erneut wegen seines Umgangs mit der Kontroverse um den US-Rapper Macklemore in die Kritik geraten. Bei «Saturday Night Live UK» nahm Moderatorin Amelia Dimoldenberg den britischen Sänger in ihrem Monolog aufs Korn und bezeichnete ihn unter anderem als «rothaarige Puppe», der vorgeschrieben werde, was sie sagen solle.
Dimoldenberg, bekannt durch ihre YouTube-Serie «Chicken Shop Date», moderierte die aktuelle Ausgabe der Sendung. In ihrem Monolog sprach die 32-Jährige zunächst über das Ende ihrer erfolgreichen Interviewreihe und erinnerte an zahlreiche prominente Gäste, die sie im Laufe der Jahre getroffen hatte.
Spott über Sheerans Auftritt
Anschliessend machte Dimoldenberg einen direkten Seitenhieb auf Sheeran. Sie sagte, sie habe das Privileg gehabt, Menschen wie Idris Elba und Cher zu interviewen – und sogar eine «weltberühmte, rothaarige Puppe», der jemand die Hand hineinstecke und vorschreibe, was sie sagen solle.
Als zunächst ein Bild von Dimoldenberg und der «Sesamstrasse»-Figur Elmo eingeblendet wurde, sagte sie: «Nein, die andere.» Danach erschien ein Foto von ihr und Ed Sheeran. Laut Daily Mail bezog sich der Spott auf Sheerans jüngsten Auftritt, bei dem er sich unter Tränen zur Kontroverse um Macklemore äusserte und dabei einen Teleprompter verwendete.
Sheerans Umgang mit dem Streit hatte in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt. Der Sänger hatte Macklemore aus seiner «Loop Tour» gestrichen, nachdem der US-Rapper bei Auftritten politische Aussagen zur Lage im Gazastreifen und zur Unterstützung Palästinas gemacht hatte.
Sheeran äussert sich zu Gaza und dem 7. Oktober
Bei einem Konzert in Philadelphia sprach Sheeran ausführlich über die Situation. Er erklärte, er habe sich in seiner Karriere grundsätzlich nicht als politischer Kommentator verstanden, bezeichnete die Ereignisse beim Nova-Musikfestival in Israel am 7. Oktober als «entsetzlich» und sprach zugleich von der Situation im Gazastreifen als «katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismässig».
Sheeran sagte zudem, ihn habe das Ausmass der Zerstörung und der Verlust von Menschenleben, darunter Zivilisten und Kinder, tief getroffen. Gleichzeitig erklärte er, dass er die Tournee trotz der Kontroverse fortsetzen wolle.
Bei dem Auftritt trat Sheeran ohne seine bisherigen Vorbands und ohne die irische Folk-Band Beoga auf. Stattdessen stellte er neue Musiker vor, die innerhalb weniger Tage Teile des Konzertprogramms einstudiert hatten.
Macklemore kündigt «Free Palestine Tour» an
Macklemore hatte zuvor bei zwei Konzerten im MetLife Stadium in New Jersey am 4. und 5. September seinen Song «Hind’s Hall» aufgeführt. Der 2024 veröffentlichte Titel setzt sich kritisch mit dem israelischen Vorgehen im Gazastreifen auseinander.
Nach seinem Ausscheiden aus Sheerans Tournee kündigte Macklemore eine eigene «Free Palestine Tour» an. Geplant sind unter anderem Konzerte in Dublin, Paris und London. Nach Angaben des Rappers sollen die Einnahmen Organisationen zugutekommen, die das palästinensische Volk und die entsprechende Bewegung unterstützen.
Macklemore begründete seine Entscheidung in einem Beitrag auf Instagram. Er schrieb, Künstler müssten ihre Plattformen auch dann nutzen, wenn dies Konsequenzen habe, und verwies auf eine aus seiner Sicht zunehmende öffentliche Unterstützung für die palästinensische Sache.
Sheeran will weiter auftreten
Sheeran betonte unterdessen, dass die Kontroverse seine Haltung zu seinen Konzerten nicht grundsätzlich verändern werde. Bei seinem Auftritt sagte er, seine Shows sollten Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammenbringen und für Einheit, Liebe und Familie stehen.
Während des Konzerts erklärte der Sänger ausserdem, er habe zeitweise nicht gewusst, ob die Tournee überhaupt fortgesetzt werden könne. Gleichzeitig habe ihm der Zuspruch des Publikums Mut gemacht.
Am Ende des Auftritts zeigte sich Sheeran emotional und sagte, die Welt und insbesondere die USA seien derzeit ein beängstigender Ort. Die Reaktion des Publikums habe ihm jedoch Hoffnung gegeben.






