Die Grenze ist dicht, der Handel liegt brach – und Millionen Menschen geraten zwischen die Fronten.
Ein Markt verstummt
Einst war der Board Bazar in Peshawar ein pulsierender Ort, an dem sich afghanische Händler drängten, Düfte von Gebäck in der Luft lagen und bunte Karren Cricket-Ausrüstung, Gewürze und Kleidung feilboten.
Heute wirkt er wie ausgestorben. Die Gassen sind leer. „Die Afghanen haben Angst, das Haus zu verlassen“, sagt Hameed Ullah Ayaz, Besitzer von zwölf Bäckereien.
Was ist passiert?
Der Handelskrieg trifft die Ärmsten
Seit Oktober hat Pakistan den Handel mit Afghanistan fast vollständig eingestellt. Der Grund: Islamabad wirft der Taliban-Regierung vor, Extremisten der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) zu schützen – militante Kämpfer, die immer wieder pakistanische Sicherheitskräfte angreifen.
Die Antwort:
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Grenzschliessungen
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Luftangriffe auf Kabul und Kandahar
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Massenhafte Abschiebung afghanischer Migranten
Bilanz:
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Keine Warenlieferungen über die Grenze
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2 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen auf Eis
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Hunderttausende afghanische Bauern, Händler und Fahrer verlieren ihr Einkommen
Laut nytimes.com hat die Blockade auch humanitäre Auswirkungen. Hilfsgüter, darunter Medikamente, stecken in Pakistans Häfen fest, während über die Hälfte der Afghanen auf Hilfe angewiesen ist.
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Stimmen aus der Krise
„Als sie uns hier aufhielten, war es noch Sommer“, sagt Abdul Wakeel, ein afghanischer Lkw-Fahrer. „Jetzt ist der Winter da.“
Hunderte Trucks stehen fest – teilweise seit über zwei Monaten. Fahrer schlafen in den Kabinen, fürchten Diebe, frieren in der Nacht.
Im afghanischen Kandahar verrotten währenddessen Tonnen von Granatäpfeln – für viele Bauern der wirtschaftliche Ruin.
Freundschaft zerbricht an der Grenze
„Wir sprechen dieselbe Sprache. Unsere Kulturen sind fast gleich“, sagt Abdullah Khan, ein Bauer.
„Aber jedes Mal, wenn unsere Regierungen streiten, verlieren wir alles.“
Afghanische Händler heben Geld von pakistanischen Konten ab, Geschäftspartner ziehen sich zurück, Konsulate rufen zum Umzug nach Afghanistan auf. Für viele – wie Hameed Ullah Ayaz – unvorstellbar:
„Ich habe hier in 20 Jahren alles aufgebaut. Was soll mit meinen Arbeitern passieren?“
Die Taliban suchen neue Wege
Trotz aller Spannungen versuchen die Taliban, den Handel neu zu strukturieren.
Indien kündigte Luftfrachtlinien an
Der Handel mit dem Iran wurde verstärkt
Laut Weltbank sind Afghanistans Exporte zuletzt sogar um 13 % gestiegen
Doch Analysten wie Azeema Cheema sehen wenig Hoffnung:
„Es scheint keinen Ausweg zu geben.“
Zwischen Fronten, Verlusten – und Hoffnung?
Die Handelssperre zerstört nicht nur Existenzen – sie vertieft das Misstrauen zwischen Nachbarn. Der Grenzmarkt von Peshawar, einst Symbol des Austauschs, steht still.
Doch selbst in der Krise bleibt Hoffnung – auf neue Partnerschaften, neue Wege, neue Chancen.










