Tausende User klicken, teilen und kommentieren: „Die Schweiz öffnet ihren Arbeitsmarkt für 85’000 Ausländer!“ Doch was steckt wirklich dahinter?
Die Antwort ist deutlich – und sie dürfte viele überraschen.
Vorsicht, Fake News!
In den letzten Tagen verbreiteten sich in sozialen Netzwerken und Online-Portalen alarmierende Gerüchte: Der Schweizer Arbeitsmarkt soll 2026 für 85’000 ausländische Arbeitskräfte geöffnet werden.
Das ist falsch!
Weder plant der Bundesrat eine solche Masseneinwanderung, noch existiert ein entsprechender Beschluss. Im Gegenteil: Die offizielle Pressemitteilung vom 19. November 2025 stellt klar, dass die Quoten für Arbeitskräfte aus Drittstaaten (Nicht-Schengen-Raum) unverändert bleiben.
Was wirklich beschlossen wurde – in Zahlen
Gemäss dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) dürfen auch im Jahr 2026 maximal 8’500 qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten in der Schweiz beschäftigt werden:
4’500 Aufenthaltsbewilligungen (B)
4’000 Kurzzeitbewilligungen (L)
Zusätzlich bleiben die Quoten für folgende Gruppen stabil:
EU/EFTA-Dienstleister, die über 120 Tage im Jahr in der Schweiz tätig sind:
→ 3’000 L-Bewilligungen
→ 500 B-BewilligungenUK-Staatsangehörige (post-Brexit-Sonderregelung):
→ 2’100 B-Bewilligungen
→ 1’400 L-Bewilligungen
Faktencheck: Woher stammt die Zahl „85’000“?
Die in den sozialen Medien kursierende Zahl von 85’000 lässt sich nicht auf offizielle Dokumente oder Quellen zurückführen.
Sie ist offenbar frei erfunden und wurde zuerst auf mehreren anonymen Facebook-Seiten und Blogs gepostet.
Ein klassischer Fall von Desinformation, der Ängste schürt und Klicks generieren soll.
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Realität: Quoten werden kaum ausgeschöpft
Ein weiterer Punkt, der die Falschmeldung entlarvt:
Selbst die aktuellen, viel kleineren Quoten wurden in den letzten Jahren nicht vollständig genutzt.
Stand per 31.12.2024:
74 % der Drittstaaten-Kontingente genutzt
50 % der EU/EFTA-Dienstleister-Kontingente
21 % der UK-Kontingente
Stand per 30.09.2025:
Nur 52 % der verfügbaren Drittstaaten-Plätze belegt
UK-Quoten: 17 % Auslastung
Fazit: Die Nachfrage ist moderat. Die Behauptung von 85’000 neuen Stellenplätzen ist völlig realitätsfern.
Wer darf überhaupt aus Drittstaaten in die Schweiz kommen?
Die Kriterien sind streng:
Nur hochqualifizierte Fachkräfte
Nur bei nachgewiesenem Fachkräftemangel
Bevorzugung von Inländern und EU/EFTA-Angehörigen
Entscheidung kantonal abgestützt
Die Schweiz öffnet sich nicht beliebig, sondern gezielt – immer im Interesse der Wirtschaft und unter strikter Kontrolle.
Warum der Bundesrat an den Quoten festhält
Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit.
Angesichts globaler Unsicherheiten (z. B. US-Zollpolitik), Fachkräftemangel und tiefer Arbeitslosigkeit in der Schweiz, entschied sich der Bundesrat bewusst für Kontinuität statt Expansion.
Augen auf bei viralen Meldungen
Die Schweiz öffnet ihren Arbeitsmarkt nicht für 85’000 neue Arbeitskräfte. Das ist eine gezielte Desinformation – und leider ein Beispiel dafür, wie schnell sich falsche Informationen verbreiten können.










