Mehrere Verletzte durch mögliche Tornado-Böen an der Algarve – IPMA untersucht Wetterlage
Eine 85-jährige britische Touristin ist am Samstag bei einem schweren Sturm auf einem Campingplatz in der portugiesischen Region Algarve ums Leben gekommen. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt, drei weitere leicht, wie der Einsatzleiter der Rettungskräfte aus Faro auf einer Pressekonferenz mitteilte. Der Vorfall ereignete sich im Campingpark Albufeira nahe der gleichnamigen Küstenstadt.
Möglicher Tornado: Wetterdienst prüft Ursache
Wie der portugiesische Wetterdienst IPMA erklärte, deuten erste Radarbilder auf die hohe Wahrscheinlichkeit eines Tornados hin. Eine endgültige Bestätigung steht allerdings noch aus. Laut bbc.com sei es aufgrund der dynamischen Wetterlage schwierig vorherzusagen, wann und wo Tornados auftreten könnten.
Der Sturm traf das Gebiet um 11:00 Uhr GMT und dauerte bis etwa 15:00 Uhr. In dieser Zeit kam es zu massiven Schäden, wie Videoaufnahmen vom Gelände zeigen: umgestürzte Bäume, zerstörte Fahrzeuge, herabgerissene Äste und Trümmer auf dem Boden.
Weitere Verletzte in nahegelegenem Hotel
In einem nahegelegenen Hotel wurden weitere 23 Personen leicht verletzt, darunter auch Kinder. Insgesamt meldeten die Rettungskräfte 28 Verletzte:
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6 Kinder im Alter von zwei Monaten bis sieben Jahren (alle leicht verletzt)
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23 Erwachsene im Alter von 24 bis 70 Jahren
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2 Personen mit schweren Verletzungen
Das Nationale Institut für Medizinische Notfälle Portugals (INEM) koordinierte die medizinische Erstversorgung vor Ort.
Reaktionen aus der Politik
Der portugiesische Premierminister Luís Montenegro sprach der Familie der verstorbenen Britin sein tief empfundenes Beileid aus. Auf X (ehemals Twitter) schrieb er:
„Leider konnten schwere Folgen nicht verhindert werden.“
Er betonte zugleich den schnellen und koordinierten Einsatz der portugiesischen Rettungsdienste und wünschte den Verletzten eine baldige Genesung.
Sturm Claudia sorgt für schwere Schäden in Portugal und Spanien
In den vergangenen Tagen hatte der Sturm „Claudia“ grosse Teile Südeuropas erfasst. Bereits am Donnerstag war in Lissabon ein älteres Ehepaar ums Leben gekommen, nachdem ihr Haus überflutet wurde.
Für die Regionen Faro, Setúbal und Beja in Südportugal besteht laut IPMA weiterhin eine orangefarbene Wetterwarnung. Es wird vor anhaltendem, teils starkem Regen und Gewittern gewarnt.










